Antikoagulation

Antikoagulation

Antikoagulation bezeichnet die Gabe eines Medikaments, dem "Antikoagulans" mit dem Ziel, die Blutgerinnung des Patienten zu inhibieren. Die Wirkung des Antikoagulans beruht auf der Beeinflussung der plasmatischen Gerinnung des Patienten, also der Beeinflussung der plasmatischen Gerinnungsfaktoren, um Gerinnungsaktivität zu vermindern bzw. zu inhibieren.

Die in Deutschland zugelassenen Antikoagulantien lassen sich einteilen in

 

  • Vitamin K-Antagonisten
  • Indirekte Antikoagulantien
  • Direkte Antikoagulantien

Vitamin K- Antagonisten

Diese zur Wirkstoffklasse der Cumarine zählenden Medikamente unterdrücken die korrekte Synthese von Gerinnungsfaktoren und üben so einen hemmenden Effekt auf die plasmatische Gerinnung aus. Die Darreichungsform ist die tägliche Tabletteneinnahme. Die Dosis wird durch regelmäßige Blutentnahme und Bestimmung des INR-Werts festgelegt.

Indirekte Antikoagulantien

Heparine (Glykosaminoglykane) können ausschließlich parenteral verabreicht werden. Ihre gerinnungshemmende Wirkung beruht auf einer Aktivitätssteigerung von endogenem Antithrombin. Der gerinnungshemmende Effekt ist somit auch abhängig vom Antithrombinspiegel des Patienten. Je nach molarer Masse kann man zwischen unfraktioniertem Heparin (UFH) und niedermolekularem Heparin (NMH) unterscheiden.

 

Ein Routine-Monitoring der NMH wie bei UFH wird nach wie vor diskutiert. In folgenden Ausnahmefällen wird die Bestimmung der Anti-FXa-Spiegel empfohlen:

 

  • Niereninsuffizienz
  • Untergewicht, Übergewicht, Adipositas
  • Blutungskomplikationen
  • Thrombosen trotz adäquater Therapie
  • Patienten in hohem Lebensalter
  • Kinder und Neugeborene

 

Das Pentasaccharid Fondaparinux, Handelsname Arixtra® ist ebenfalls ein indirekter FXa-Inhibitor und wird vollständig synthetisch hergestellt. Eine Spiegelbestimmung kann mittels spezieller Kalibratoren erfolgen. 

Danaparoid Natrium, Handelsname Orgaran® ist ein Antikoagulanz aus der Gruppe der Heparinoide, das die Blutgerinnung ähnlich wie Heparin hemmt. Es beschleunigt die inhibitorische Aktivität des Antithrombins. Es besteht aus einer Mischung von Glykosaminoglykanen, die aus tierischer Darmmukosa gewonnen werden. Auch hier kann eine Spiegelbestimmung mittels spezieller Kalibratoren erfolgen. 

Direkte Antikoagulantien

Diese Medikamente greifen direkt in die Gerinnungskaskade ein und hemmen auf direktem Weg einzelne Gerinnungsfaktoren. Die Zielmoleküle der zur Zeit zugelassenen Antikoagulantien sind Faktor Xa und Faktor IIa (Thrombin). Aktuelle Forschungsarbeiten beschäftigen sich auch mit anderen Faktoren der Gerinnungskaskade (z. B. Faktor XIa, Faktor XIIa, Faktor XIIIa).

 

Faktor Xa Inhibitor

  • Apixaban - Handelsname Eliquis®
  • Rivaroxaban - Handelsname Xarelto®
  • Edoxaban - Handelsname Lixiana®

 

Faktor IIa Inhibitor

  • Dabigatran - Handelsname Pradaxa®

 

 

Schema der Hämostase

Die Flash-Animation veranschaulicht das Schema der Hämostase