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APACT 4004


Biochemie

Synonyme Thrombozyten
Plättchen
Lebensdauer 8 - 12 Tage
Bildung im Knochenmark aus pluripotenten Knochenmarkstammzellen
Referenzbereich 150.000 - 400.000 pro µl


Die Aufgabe der Thrombozyten besteht aus Blutstillung und Gefäßreparatur. Sie sind auch in Entzündungsreaktionen involviert. Um diese Funktionen auszuführen, interagieren Thrombozyten  mit freigelegten Strukturen der Gefäßwände . Sie adhärieren an den Gefäßwänden und aggregieren untereinander, wofür bestimmte Stimuli zur Aktivierung erforderlich sind. Darüber hinaus sind Rezeptoren auf der Zelloberfläche erforderlich . Wichtige Rezeptoren sind der Glyko-protein Ib/V/IX- und der Glykoprotein IIb/IIIa-Komplex.

Klinische Bedeutung

Die am häufigsten eingesetzte Methode zur Bestimmung der Aggregation ist die induzierte Thrombozytenaggregation nach Born. Dabei wird plättchenreiches Plasma (PRP) in Gegenwart von aggregationsinduzierenden Substanzen (Induktoren) in einem Aggregometer photometrisch gemessen. Durch die Aggregation wird die Lichttransmission erhöht. Der Verlauf wird als Kurve aufgezeichnet. Dieser Kurve können folgende Informationen entnommen werden:

 

  • Maximale Lichtdurchlässigkeit (maximale Aggregation)
  • Geschwindigkeit der Aggregation
  • Qualitative Beurteilung der Kurve (stufenförmiger, verzögerter Anstieg, Desaggregation)


Die wichtigsten Induktoren sind: ADP, Kollagen, Arachidonsäure, Epinephrin und Ristocetin.

Indikation

  • Vorliegen einer Blutungstendenz trotz normaler Thrombozytenzahl
  • Unterstützung einer Diagnose von Erkrankungen, die mit einer Dysfunktion von Thrombozyten in Zusammenhang stehen
  • Unterscheidung von angeborenen Blutungsneigungen, wie z. B. Hämophilie A oder von Willebrand-Faktor-Syndrom
  • Erworbene Blutungsneigungen nach Medikamenteneinnahme
  • Messung des therapeutischen Effekts von Medikamenten ("Compliance")

Literatur

  1. Linnemann B, Schwonberg J, Mani H, Prochnow S and Lindhoff-Last E. Standardization of light transmittance aggregometry for monitoring antiplatelet therapy: an adjustment for platelet count is not necessary. J Thromb Haem 6, 677-683, 2008.
  2. Day HJ, Holmsen H. Laboratory Tests of Platelet Function. Ann Clin Lab Sci 2, 63, 1972.
  3. Farré AL, Modrego J, Zamorano-León JJ. Effects of hormones on platelet aggregation. Horm Mol Biol Clin Investig. Apr 18(1), 27-36, 2014.
  4. Consensus-Papier der DGKL-Arbeitsgruppe „Hämostaseologische Labordiagnostik“. Blutungsneigung: Diagnostische Strategie zur Abklärung einer Thrombozytendysfunktion. J Lab Med 28, 453-462, 2004.
  5. Betts NA, Ahuja KD, Adams MJ. Anti-?2GP1 antibodies have variable effects on platelet aggregation. Pathology. Feb 45(2), 155-61, 2013.
Verbrauchsmaterial
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